Zwischen Holland und Hamburg: großbäuerliche, bürgerliche und ständische Repräsentationskultur in den Nordseemarschen (16. bis 19. Jahrhundert)

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  Zwischen Holland und Hamburg: großbäuerliche, bürgerliche und ständische Repräsentationskultur in den Nordseemarschen (16. bis 19. Jahrhundert)
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  Zwischen Holland und Hamburg: großbäuerliche, bürgerliche und ständische Repräsentationskultur in den Nordseemarschen (1! bis 1"! #ahrhundert$ Otto S. Knottnerus Manuskript, nicht zitieren.Endfassung erschienen in: Freist, Dagmar, Frank Schmekel (Hg.),  Hinter dem Horizont  , Bd. : !r"#ekti"n und Distinkti"n l$ndlicher %&erschichten im eur"p$ischen 'ergleich, .*+. ahrhundert, M-nster: schend"rff 'erlag /0, S. 11*22 %orschungslage 3nteressierte 4eisende, die einen Bauernh"f in den 5"rdseemarschen &esuchen 6"llten, 6urden &is 7"r kurzem mit einer l$ndlichen 4epr$sentati"nskultur k"nfr"ntiert, die man 7ielleicht 7"reilig als allt$gliche 8astfreundschaft &eschrei&en k"nnte, die a&er zugleich 9eil einer $lteren !rais 6ar, 6elche darauf hinzielte, &-rgerliche 8$ste standesgem$; zu  &e6irten. Der 6"hlgedeckte 9isch, der 8$sten pr$sentiert 6urde, 6ar ge6isserma;en eine 4eminiszenz an die reichliche 5ahrung des <. und +. ahrhunderts, 6"mit man Fremde  &eeindruckte und die knappen Erntear&eiter an sich &and. Der 8enuss des s-;en 4"t6eins z$hlte traditi"nell zum geh"&enen ="nsummuster der 8r";&auern unterschiedlicher 8egenden (llmers <><, S. >2, 1? =n"ttnerus //2, S. <>*<+). @nd auch das Dr$ngeln,immer mehr auf die 9eller zu laden, 6ar 6eit7er&reitet, s"6"hl in den 5iederlanden als in  5"rddeutschland. @mgangssprachlich hie; dies AngenC (auch ndigen, Mnd. nden, 5dl. n"den, hier in die Bedeutung: Aum Essen "der 9rinken auff"rdernC, Aet6as aufdringenC) (Sch-rmann ++1, S. 0? 8"ldschmidt <1, S. 0).Die traditi"nelle &$uerliche =ultur der 5"rdseemarschen ist heute 6eitgehend im 'ersch6inden &egriffen. grarische 8r";&etrie&e, die fr-her 9eil eines etensi7es S"zialgef-ges &ildeten, 7er6andelten sich innerhal& kurzer eit in Familienunternehmen, die ihre Besitzern nur ein &escheidenes Eink"mmen ein&ringen. Ein >/ Hektar gr";er Familienh"f im and Hadeln zum Beispiel &ildete n"ch in der unmittel&aren 5achkriegszeit eine Mikr"k"sm"s, in der 7ier 8espanne mit acht euten und 2 &is 1 !ferden m"natelang eingesetzt und &e6irtet 6urden, um die cker rechtzeitig einsaat&ereit zu machen (7gl. Sch-rmann //>a).G$hrend die Erinnerung an diese gr";&$uerliche e&ens6elt langsam erlischt, hat sich die F"rschungslage zur =ultur* und S"zialgeschichte der 5"rdseemarschen in den letzten ahrzehnten 6esentlich 7er&essert. 5"ch 7"r einem 'iertel#ahrhundert fehlte es an aktuellen Studien. 6ar &"ten alte 4eise&erichte, ufs$tze in aufkl$rerischen 'iertel#ahrschriften, detaillierte land6irtschaftliche Studien und agrarhist"rische &handlungen, H"fchr"niken undkunsthist"rische 3n7entare eine Fundgru&e aus der die "kalchr"nisten und 4egi"nalhist"riker reichlich schpfen k"nnten, d"ch ga& es ganz 6enige &er&licke (uhagen <+2? neuerdings:Fischer ++? =n"ttnerus ++, //, //1? Munske //).Heute 7erf-gt fast #eder =-sten&ezirk -&er seine eigenen regi"nalgeschichtlichen Hand&-cher. Es gi&t inz6ischen eine 4eihe 7"n aufschlussreichen M"n"graphien durch S"zial* und =ulturhist"riker und '"lkskundler, 6elche die =-stenkultur thematisieren, 6ie 1  et6a in Schles6ig*H"lstein B#Irn !"ulsen, =laus*"achim "renzen*Schmidt, =ai Detle7 Sie7ers, ud6ig Fischer und Marie uise llemeJer s"6ie in 5iedersachsen 5"r&ert Fischer, Heike D-selder, 9h"mas Sch-rmann, Khristine ka und 4eemda 9ie&en. Mit seiner Studie zur 5ach6irkung der Geihnachtsflut 7"n  hat Manfred aku&"6ski*9iessen (++) als erster ein 9hema f-r den ganzen n"rddeutschen =-sten&ereich &ear&eitet. 3n den  5iederlanden traten Lme =uiper und Hidde Feenstra mit r&eiten her7"r, in der die l$ndliche 4epr$sentati"nskultur ins Blickfeld r-ckte. Hier 6ie d"rt 6aren es #ed"ch 7"r allem die  &$uerliche G"hnkultur (Khristiansen +<? Schuurman +<+? Sie7ers ++, %tten#ann ++<, //1? Sch-rmann //, //>&? de Haan //>) s"6ie grar*, Girtschafts* und Deich&augeschichte (5"rden +<1? Steffens +<? Hinrichs et al. +<<? ElerieH"ppen&r"u6ers ++? "renzen*Schmidt ++*+<+, ++>a? Schulz Hansen ++1? Slee&e ++1? !riester ++>? Fischer //0, //2, //, /? Ehrhardt //0, //), die am st$rksten ins Blickfeld r-ckten. 3nte B"tke hat die e&ens6elt der 8r";&auern im 8r"ningerland &eispielhaft untersucht und dadurch zeigen knnen, 6ie sich hier seit dem sp$ten <. ahrhundert eine 7er&-rgerlichte Elite &ildete, die auch auf nati"nalem E&ene her7"rragte und in dem Sinne sehr 6"hl mit den F-hrungskreisen in anderen  5"rdseemarschen 7ergleich&ar 6ar (B"tke //? 7gl. =n"ttnerus //0, //1a? =uiken /).Denn"ch muss die S"zial* und =ulturgeschichte der gesamten 5"rdseemarschen n"ch 6eitgehend geschrie&en 6erden. @nd es ist zu &ez6eifeln, "& das in naher ukunft auch nur ann$herungs6eise mglich sein 6ird. Gas fehlt, sind 7"r allem die 7ergleichenden und regi"ns-&ergreifenden Betrachtungen. 5at-rlich &rauchen 6ir auch die ahlen, 6elche die Girtschafts* und S"zialhist"riker uns geliefert ha&en und h"ffentlich 6eiterhin liefern 6erden.Den scharfen Blick zeitn$her Be"&achter, 6ie "hann 8e"rg ="hl, Hermann llmers und Gilhelm 4iehl fehlt uns da&ei a&er h$ufig (="hl <12? llmers <><? 7gl. =n"ttnerus +++). @nd auch die luziden s"zi"l"gischen Be"&achtungen 7"n E7ert Gillem H"fstee (+0) und 4ud"lf He&erle (+20) ha&en leider kaum 5achf"lger gefunden. e mehr die eit 7ergeht, dest" sch6ieriger 6ird es sein, ein ad$Nuates Bild der alten grargesellschaft zu erlangen.3m Mittelpunkt dieses Beitrags steht aus kultur* und s"zial6issenschaftlicher !erspekti7e die Frage nach der st$ndischen 4epr$sentati"nskultur im l$ndlichen 5"rd6esten z6ischen H"lland und Ham&urg. 3m f"lgenden 6ird es zun$chst um eine kritische useinandersetzung mit dem Begriff 4epr$sentati"n gehen, gef"lgt 7"n der Frage nach der Bedeutung und s"zialen 4ele7anz 7"n G"hlstand als Sel&st&ehauptung. &schlie;end 6ird die Frage aufge6"rfen, in6ie6eit die &$uerliche 4epr$sentati"nskultur, s"fern sie sich &is zum Ende des /. ahrhundert gehalten hat, tats$chlich n"ch eine gele&te !rais "der nur eine aufgef-hrte Erinnerung 6ar. Repräsentationskultur Der 9erminus 4epr$sentati"n enth$lt eine Mehrdeutigkeit, der er et6a mit den Begriffen Dingund andschaft gemeinsam hat (7gl. Galdenfels //, >1*>? Scheerer et al. ++? !"dlech+<1). lle drei -&erf-hren uns tief in eine materielle, kulturelle und s"zialp"litische 4ealit$t, in der ein 5etz 7"n s"zialen Beziehungen sich um die Studien"&#ekte 7erflechtet. Dinge sind nicht lediglich materielle und immaterielle %&#ekte, s"ndern auch SJm&"le und Bedeutungstr$ger, in einem ge6issen Sinne s"gar kteure, dessen eigenst$ndigen 4"lle erst im s"zialen und p"litischen e&en O in den A9hingst$ttenC der Dem"kratie, das hei;t im A!arlament der DingeC, 6ie der franzsische nthr"p"l"ge Brun" at"ur es pr$gnant ausdr-ckt O 6irklich klar 6ird (at"ur //, //>). Die andschaft ist nicht nur eine  phJsische @mge&ung, sie &ildet O et6a in der 5atur&ele&ung "der der andschaftsmalerei O eine 3nszenierung, eine Darstellungsf"rm, die ihre @mgehung deutet und deren Gahrnehmung 2  -&erf"rmt, und der 9erminus 7er6eist letztendlich O s" der =ulturge"graph =enneth %l6ig O auch auf #ene andschaftsge&ilde der 5"rdseek-ste, auf die Nuasiaut"n"men st$ndischen andschaften der Fr-hm"derne, als" auf #ene p"litischen 8e&ilde, rundum den die unterschiedlichen kteure des =-stenraumes ihren s"zialen 5etze kn-pften (%l6ig //, S. 2*/? dazu: ange +<<? llemeJer //2? Dillinger //<, S. 11*? 9ie&en /? St"ll&erg*4ilinger /).Bei der 4epr$sentati"nskultur handelt es sich e&enfalls zun$chst um materielle und immaterielle %&#ekten O #ene unendliche ufz$hlungen 7"n einzigartigen und schutz6-rdigen=ulturg-tern, mit denen unsere Museen sich f-llen und 6"mit unsere Daten&anken -&erladen 6erden. Sie gehren seit #eher der D"m$ne der '"lkskunde an, d"ch 6erden O seitdem deren 'ertreter sich zunehmend in die 8egen6art zur-ckziehen O immer st$rker im r&eits&ereich der =ultur&eamte, Museums7er6alter und Fachhist"riker hineingez"gen. @nd 6" diese (die Hist"riker) n"ch h"ffen ihre unstill&are Gissenslust zu lindern, dr"hen #ene (=ultur&eamte s"6ie Museums7er6alter), durch den gesellschaftlichen G-nsch, s" 7iel 6ie mglich alle geschichtliche Gerte f-r erfall und 'erg$nglichkeit zu retten, dadurch ganz -&erfrdert zu 6erden (7gl. ="rff /). Es geht nicht allein um H$user, M&el, =irchenschmuck, Malereien, Fliesen, =leidungst-cke, 9rinkger$te und Essensgeschirr, mittels deren die 'ertreter fr-herer 8enerati"nen sich miteinander identifiziert "der gerade 7"n einander unterschieden ha&en. Es handelt sich auch um die 4esiduen einer immateriellen =ultur, die 7ielleicht &ereits 7ersch6unden "der im 'ersch6inden &egriffen ist, die 6ir a&er zu =enntnis nehmen mchten, 6eil sie uns anscheinend hilft eine Girklichkeit, die an die unsrige 7"rausging, retr"spekti7 zu erfassen. Gir reden hier -&er Fest* und Feierkultur, Ess* und 9rinksitten, ieder und Erz$hlungen, ahres&r$uche, @mgangsf"rmen und allerhand 4ituale aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen O -&er die 8esamtheit an sJm&"lischem =apital, das unsere Deutung der Girklichkeit pr$gend &estimmt.4epr$sentati"nskultur &etrifft dar-&er hinaus #ene 3nstanz, der sich repr$sentieren l$sst. Es geht um su&#ekti7e Sicht6eisen und Deutungen, Einstellungen und Erfahrungen, F"rmen der Sel&stdarstellung und indi7iduelle, 6ie auch k"llekti7e 3dentit$ts&ehauptungen O letztendlich um kulturelles =apital, das hei;t #ene kulturell &estimmten F$higkeiten, die uns erlau&en, die eigenen G-nsche und &sichten zum usdruck zu &ringen. Bereits aus der Sp$trenaissance kennen 6ir eine reiche Ernte an Khr"niken und aut"&i"graphischen Schriften, hergestellt durch 8r";&auern und hal&&$uerliche D"rfpast"ren, 7"n &el Eppens und Dirck ansz. aus 8r"ningen und Gestfriesland (FeithBrugmans +? Bergsma +<<? 8er&enz"n ++0? =n"ttnerus //1&) &is 5e"c"rus, !eter Sa und Hartich Sierck aus Dithmarschen, Eiderstedt  &z6. Stapelh"lm (Dahlmann <? Sa +<0*+<<? Mensing +>). Dazu z$hlen auch die  &$uerlichen nschrei&e* und 4echnungs&-cher, die, angeregt durch st$dtische '"r&ilder, seit dem 2. ahrhundert -&lich 6urden (!"ulsen ++/? "renzen*Schmidt!"ulsen ++). Der Spur scheint sich 6eitgehend zu 7erlieren, als das Bed-rfnis, sich ffentlich zu $u;ern sich imaufe des . und <. ahrhunderts 7erringerte, einerseits 6egen der Girtschaftsstagnati"n, Sturmfluten und =riegssch$den, andererseits auch als F"lge der 6achsenden Macht 7"n adligen and&esitzern, landesherrlichen Beamten und st$dtischen 3n7estit"ren und schlie;lich7ielleicht auch 6egen des ufk"mmens eine ins innere 7erlegte Frmmigkeit. D"ch $nderte sich die age 6iederum in der z6eiten H$lfte des <. ahrhunderts, als die Bauern und ihre Shne und 9chter erneut ihre Eintritt ins sJm&"lische !arlament der gemeinn-tzigen Magazine, =alender und Flugschriften, Briefe und 9age&-cher machten (Hellema +<? B"tke +<<a, +<<&? '"lNuardsen +<<? 7an der Meer //? 7gl. "renzen*Schmidt ++>&, ///). 3  @nd letztendlich handelt es sich &ei der 4epr$sentati"nskultur auch um die ffentliche 'ertretung dieser Ep"nate und 3dentit$ts&ilder, um das s"zialp"litische !r"zess, in dem die Bilder gef"rmt und -&erf"rmt 6erden und die %&#ekte ihre Girkungskraft &ek"mmen. @m den ffentlichen =ampfplatz, auf dem die eigenen s"zialen und p"litischen nf"rderungen mit denen der anderen k"nfr"ntiert 6erden und an 6elcher Stelle die u;erungen und Ep"nate in G"hlstand, Macht und Ehre O kurz: in s"ziales und 6irtschaftliches =apital O umgesetzt 6erden. Genn sch"n die =ultur der 5"rdseemarschen sich irgend6ie ausgezeichnet hat, dann 6ar es 6"hl 6egen des usma;es dieser kulturellen rena, die den kteuren 6esentlich mehr Spielraum als in &enach&arten 4egi"nen &"t. Sie 6urde gefrdert () durch reiche land6irtschaftliche Ertr$ge, () durch die 3ntensit$t des =-sten7erkehrs, die es ermglichte, diese Ertr$ge in st$dtische ="nsumg-ter umzusetzen, (0) durch die Mglichkeit, fremde nspr-che milit$risch "der p"lizeilich a&zulenken, und (1) durch eine ungeheure 6irtschaftliche und dem"graphische DJnamik (diese 6"hl auch als F"lge der endemischen Malaria), eine DJnamik, die zu 8eltungsk"nsum und 4i7alit$t 7eranlasste. Die =-stenlandschaften &ildeten O 6ie machen St$dte O ge6isserma;en einen Freiraum, in dem handfeste !ri7ilegien, un7erkenn&are G"hlstand und diffuse Freiheitsideale zusammenkamen (=n"ttnerus ++2). Die 8eschichte dieser 'erkn-pfung muss e&enfalls n"chgeschrie&en 6erden? sie l$sst sich hier nur andeutungs6eise zur Sprache &ringen. &ohlstand als 'elbstbehauptung Die 'er&indung 7"n G"hlstand und landschafts&ez"genen Freiheitsideale, die nicht allein 7"nden Eliten, s"ndern 7"n der Mehrheit der Ein6"hner geteilt 6urden, l$sst sich mit einer F-lle 7"n itaten aus 7ier ahrhunderten und aus ganz unterschiedlichen 8egenden untermauern. 3neinem Supplik aus 20 &eklagten die einfachen Bauern der Husumer S-dermarsch sich et6a -&er den 8eiz ihrer reichen 5ach&arn aus Eiderstedt, die Aal; gr";e Herrn auf ihren gr";en Hfen, &ald f-rstlichen Schlssen gleich ge&au6et in gr";er S"lemnitet sitzen, mit gr";en =utzken und 8eulen herhenne fharen, und 7"n ihrem 7ielen und guten ande denen 7"m delgleich st"lzierenC (llemeJer //2, S. +). Dagegen er6iderten die Eiderstedter, 6ie es der andeschr"nist !eter Sa ausdr-ckt, sie h$tten ihre pri7ilegierte Stellung sch"n 7erdient, 6eil sie ihre ufga&e, den ngriff der Meeres6ellen zu &$ndigen, getreulich 6ahrgen"mmen h$tten:AHa&en allezeit ein freies, und uneingez"genes '"lck sein 6"llen, 8"tt, der %&rigkeit und dem 6ilden Meere unter6"rffen, 6elche z6ar -&er Sie zu ge&ieten hetten P...Q. Die6eil a&er das Meer, alle 1. Stunden, z6eimahl -&er 3hren ="pff zusammen schlagen 6-rde, 6an Sie nicht s"lche starke D$mmen da6ider geleget hetten, auf deren 'erfertigPungQ, und @nterhaltung s" 7iel @nk"stung m-sten 7er6endet 6erden, g$&en Sie 5eptun" $hrlich Schatzung genug, und knten der"6egen andere Besch6erung nicht auf Sich tragenC (Sa +<0*+<<, Bd. , S. <2).Dieser ffentliche Schau und die damit 7er&undene Sel&strepr$sentati"n als adelsgleiche Bauern "der Aadeliike &"iineC (6ie es in einem H"chzeitslied hei;t), die das and z6ar nicht  O 6ie der eigentlichen del O gegen menschlichen Feinden, d"ch 6"hl gegen die Meeres6ellen zu sch-tzen h$tten, dienten 6"hl einen dreifachen 6eck (zit. nach Heimreich <+, Bd. , S. /). Einmal &ildeten sie ein Mittel zur Distinkti"n und zur usgrenzung 7"n Fremden, "& es nun die $rmeren 5ach&arn, zugez"genen Erntear&eiter, fremden Beamten "der pri7ilegierten delsfamilien am 8"tt"rfer H"f 6aren. Dar-&er hinaus 6aren 4epr$sentati"nsstrategien f-r die einzelnen Familien ein sel&st7erst$ndliches Bestandteil des 4  Status Gett&e6er&s und zugleich ein Mittel, um sich gegen-&er den adligen und &-rgerlichen =reisen als gleich6ertige !artner und 8egenspieler zu eta&lieren. Schlie;lich 7ergr;erten siedas nsehen des ganzen andes, und damit auch das Handlungsp"tential der s$mtlichen F-hrungsgruppe? sie &ildeten ein eichen der 8ruppenzugehrigkeit und &"ten zugleich ein i7ilisati"nsm"dell, das sich zur 5achf"lge an&"t und dessen "ffensichtlichen '"rteile, die sich mit der Freiheit und G"hlstand des andes deckten, auch die niedrigen s"zialen Schichten implizierten (7gl. St""& +>+).9ats$chlich sickerte diese sel&st&ehauptete Freiheit und G"hlstand allm$hlich durch den ganzen S"zialgef-ge hinein &is in die Schicht der =nechte, M$gde und 9agelhner, 7"n denenes am Ende des <. ahrhundert hie;:ASie 6erden gut gen$hrt, und gut &ezahlt, sind 7llig freJ, m-ssen a&er auch stark ar&eiten. PRQ BeJ dieser Menschenklasse mu; man denn freJlich nicht nach Kultur und ufkl$rung fragen, n"ch nach einem &es"ndern G"hlle&en. llein 6er sie an S"nnt$gen in der =irche sieht, dem fallen d"ch die sil&erne =npfe auf den Gesten, die seidenen Futterhemden &eJ den =nechten, die seidenen Halst-cher und die Spitzenan den Hau&en &eJ den M$gden, in die uge. Die gr"&en ein6andskittel der Bauerknechte auf unserer 8eest stechen da&ei a&. S"lch gr"&es 9uch, als der 8eest&auer zum H"chzeitskleide hat, tr$gt kaum der Dienst#unge in der MarschC (9etens <<, S. < f.).Auch kennt der rme hier 6eit mehrere und k"st&arere Bed-rfnisse, als der rme auf der 8eest. 3hm ist, 6enn er 8eld hat, 7ieles untent&ehrlich, dessen #ener entrathen kann? er i;t und trinkt &esser und kleidet sich auch &esser. PRQ Hier 6"hnt nicht, 6ie in der ganzen stlichen Seite Eur"pens und s" manchen sehr nah liegenden $ndern und Staaten, ne&en dem -&ersch6$nglichsten 4eichthum, die dr-ckenste rmuthC ('"lckmar +>, S. 0/+ und <).Das 3deal&ild eines st$ndel"sen BauerstaatesT, der 4eich und rm umfassen s"llte, 6ar z6eifell"s 7"m nfang an eine Fikti"n (St"&inskJ +<+, S. 0), d"ch gehrte das 8emeinschaftsdenken zu den Sel&st7erst$ndlichkeiten der k-stlichen 4epr$sentati"nskultur, die 4eich und rm mit einander 7er&and. Erst im li&eralen +. ahrhundert $nderte sich diese grunds$tzliche Erfahrungsh"riz"nt und entstand das Schreckens&ild einer un-&er6ind&aren s"zialen =luft, die sp$ter als charakteristisch f-r die meisten Marschengegenden empfunden 6urde, und die in den literarischen r&eiten 7"n 9he"d"r St"rm, 8usta7 Frenssen und 9heun de 'ries pr$gnant &eschrie&en und mehr "der 6eniger scharf getadelt 6urde. F-r den S"zi"l"ge Ferdinand 9nnies 6ar diese s"ziale =luft den usdruck einer neuartigen s"zialen Girklichkeit, ma;ge&end f-r die m"derne indi7idualisierte 8esellschaft, die sich in 7ielen Hinsichten nach 7"n den 8emeinschaftsstrukturen der Fr-hm"derne a&h"&. 3n der alten eiderstedter S"zial7erfassung, der er aus seine ugend kannte, erkannte er dagegen das M"delleiner 8emeinschaft, in der 4eich und rm n"ch durch gegenseitige 'erpflichtung und nerkennung einge&unden 6aren.A3n der D"rfgemeinde 7"r allem und die Drfer umfassender andschaft herrscht Sitte und 8e6"hnheitsrecht? nach ihm als der allgemeinen und gemeinsamen, g-ltigen Gillen richten sich die als" 7er&undenen Menschen in 6eiteren und engeren Bezirken ihres 9uns und 9rei&ens, die Herrschenden in ihrem Herrschen, die Dienenden in ihrem Dienen, und glau&en, dass sie es als" m-ssen, 6eil alle es tun und die '$ter es 5
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