Mission possible? – Der Glaube an die Macht des ‘besseren Menschen’: Strategien der religiösen Optimierung und Normierung [Mission possible? - The Believe in the Power of the 'better man': Strategies of Religious Optimizat

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  M b? D Gb  Mch  ,b Mch'Straegien der relgöse Opimierung u Normerug  EINLTUNG: DR WTBILDKONSTITUTIVUND HANNSLITND CHARAKTR VON ÜBRZUUNN Über die Bestiung und das Wesen des enschsen gibt es bekantlich untersciedliche Ansichten und Vorstellungen Dies gilt ins- besondere r dessen religiöse, spiritelle und weltanschauliche Standortbestimmg I jedem Fall handelt es sich um einen Akt der Selbstdeung, wen der Mensch nach sich selbst ud seiner Kreatürlichketfragt, sein Verhlns  ihn umgebenden Umwelt,  aderen Lebe- wesen und   iaginierten höheren d traszedete Wesen und chten  klren versucht. Bei der qualtativen Bestimmung von wesentliche Eigenschaften der  conditio humana   werden im Allge-meien stets zwei Aspekte voeinander uterschieden Einerseits wrd  nach den empirish-huanwissenschaflich erfassbaren Gehalten deseschseis u ach seinem IstZustand  gefragt Dabei steht meistict nur die elutionäre, biologische, humangenetische, physiolo-gische, entwicklgsund kognitionspsychologische Erforschung sei-er leibliche u seelischen Existenz (Gregersen 2002: 046ff), sonde auch die soile ud kultrelle Bedingtheit seies Handelns, Den-kes,Fühles u Urteilens im Vordergrund. Adererseits wird mitde enscliche Sein und seiner Existenz stets auch e ,Sin ver Arnold, M. (2012). Mission possible? Der Glaube an die Macht des‘besseren Menschen’: Strategien der religiösen Optimierung undNormierung. In A. Sieben, K. Sabisch-Fechtelpeter K., & J. Straub(Eds.), Menschen besser machen: Die hellen und dunklen Seitenhumanwissenschaftlicher Optimierungsprogramme (S. 329-350).Bielefeld: transcript.Bei diesem Dokument handelt es sich um eine Kopie des gedrucktenBeitrags im o.g. Sammelband. Das Dokument unterliegt dem Copyrightder Verfasser. Eine elektronische Veröffentlichung erfolgt aufgrundschriftlicher Genehmigung durch den Transcript Verlag.  33  MAIK RNOLD  bden Eine Normierung erhrt der Mensch immer dann, enn er feststellen ill, was er ar, ist nd werden  so (zr kritischen Würdi-gng der Nrmativitätsfrageim Identitätsdiskrs vgl zB Strab24: 28f) Wie Bhlken nd Thies (2: 2) betnen, kann eineDifferenzierg zwischen emrischbebachtbarer d nrmativntlgischer menschlicher Existenz letztlich nr drch eine integrativeAnthrplgie überwnden werden, die in der Lage ist, Erahrngs- hriznte nd Wissensbestände verschiedenster issenschaftlicher Disziplinen in systematischer Absicht zsaenz hren: Letztlich bedürfen empirische Erkenntnisse stets ach einer Detng nd Inter- pretatin, bei swhl analytischknstrktive als ach synthetischerteile gellt nd miteinander verknüp werden müssen (ibid). Esgibt nr enige anthrplgische Ansätze, die diesem Ansprch tat-sächlich gerecht z erden verschen Beispielsweise wird in der vnJ est ( 996) entwrfenen philsphischthelgischen Anthrplgie nicht zerst nach dem Menschen selbst, snde seiner Beziehng zGtt gefragt, whl wissend, dass shl das vn Gtt beschlssenerteil über den Menschen" als ach die menschliche Selbstbeeing as der Bindng an Gtt" szialempirische nd ach ethischmra-lisce Implikatinen besitzt (Jest 996 45f) Empirische nd nr-ative Einsichten in die Natr des Menschen bedingen sich echsel-seitig nd können nicht völlig vneinander getrennt werden Sie sind  ntrenbar miteinander verbnden nd wirken gewisseraßen ,ineinander hinein': Szialtheretische nd empirische Fragestellngenköen ein bestimmtes Menschenbild vrassetzen, wie ach nrative nd valrative Ideen des Menschseins nicht hne empirische Er-ketnisse ramnd zeits frmliert erden können Die Relatin beider Ebenen der anthrpzentrischen Rückfrage an das Menschsein nd seiner Selbstdetngen ffenbart geradez den widersprchlichen,abivalenten nd ,wahrhaen' Charakter der menschlichen ,Natr nd damit verbndener Menschennd WeltbilderIndieses Spannngsfeld ist ach der im Flgenden nterschte eltbilknstittive, evalative nd handngsleitende Charakter jener Überzegngen nd Glabensvrstellngen, elche allgemein af ei- ne Otimierng nd Nrmierng vn Anderen nd Fremden sie der Handelnden selbst asgerichtet sind, eingebettet Die begrifichen,spracnd alltagspraktischen Bedetngen nd der spezische ha-rakter vn Überzegngen könen an Attribten festgemacht erden,die ischen einem ,Glabenan' nd einem ,Wissendass' changieren  MSSON POSSBE?  331 köne, wie .. Gwisshit, Fudamtalität, Subjktskostitutio,Wltbildkostitutio, Vrsrchsud Progoscharatr, Evaluatio ud Hdlugslitug" (Schärt! 2003 29; Herrhebug imrigial). ereugugen lae ich auf zwei Grdtype urck-hren "Zum einen slche Überzeungen, die normaerweise jeder Zweifesmögich-keit enzogen ind und al seren Herangehensweisen an die Wet zuundeiegen.Zum anderen Überzeugungen, die wir s auf der Grdage von Grüden biden und die durch gabe guer Gegengde gedert werden kön nen (Stosch 2003:  lf) Wäred de eite Typu empirich fabare, ogniti trkturierteZuammehäge zugrde liege, die reeribel, aullierbar ud faliierbar id, hadelt e ich bei erterem Typu eher um ubeweifelbare, geölich unhiterfragte, weltbildkontittie bereu-guge, auf ee uere ormatie ud aloratien Weltdeutuge ud Weltahauuge berhe und durch die der Mech überhauptert i der age it, ich prachlich präie artikulieren ud damit er- bdee Erfahruge mache z köe (ibid.)Der Begriff , ptimierg de Humae det hier eine Verwen-dug, wen er da Hadeln o Miioarne auf Grdlage chritlicher ereuggen ud rietiegen bechreibt, da itetional,ielud weckerichtet" (Straub 1999 101ff) it ud auf eie Ver- beerg ud erollkoug de Meche ielt, um die Kom- plexität, Fragilität und Kotinge de eigee Sei u bewältige,eine eigee Idetität gegenüber den adere Fremde auzbilde ud da eigee Selbt de wechelhae Bediguge, Aforderge, pychooiale Belatge ud Herauforderngen über Zeit ud Raum hieg itatioexibel aupae. I der Hadlugtypo-logie o abera (1981) wird da weckratioale Hadel" (We- ber 1965 1) in ei teleologiche" Hadlugchema eigeordnet, we om adelde unter Eiat o erfolgerprechede Mit-tel" bewt ei betimmter Zweck erwirklicht unoder erwü-chter Zutad" erreicht werde oll ud der Hadelde ich  Realiierung eier Ziele auf eie Etschidug zwiche Hanlugaleratien"ütt (aberma 1981 126; Herorhebug im rigial ftetprigta zeckud ielgerichtete Hadel aber taktiche Ef-ieberlegunge. Da wird da  2 I AK ROLD eelgshe [  ] zm   trategchen Hndungsmdel eeer wenn n dsErfgskl des Hndenden de Erng n Enshedngen mndesensenes weeren zelgerhe hndelnden Ars engehen knn Deses Hndlungsmd el wrd  urssh gedeue; dnn wrd unerse dß der Akr Me und Zweke uner Geshsp'nken der xmerng n Nuzenbz Nuzenerungen wähl und kkuler (Hberms 1981: 127) Im i disr intntionaistischn Thori ds Vrhaltns ist nicht nur das zilund zwckorintirt andln ds Einzlnn slbst son-d allgmin intrprsonal Kommunikation und Intraktion als inzilgrichttr stratgischr Austausch mit dn Andrn  rsthn(Abs 2009 82) Disr andlungstp bsitzt noch witr Mrkma (chimank 200 3 8f.) Er muss sich zunächst nicht immr auf andr Prsonn bzihn Stratgischs andln kann als ntwdr slbstbzüglich (Slbstoptimirng) odr abr auf andr Aktur grichtt sin (Frmdoptimirung) Im ltztn Fall gschiht s in dr Absicht di Adrssatnnn ds ignn andns zu bstimtn Aktiitätn anzurgn odr bi laufndn Aktiitätn zu binussn (G-richtthit") Dr subjkti andlungssinn bzw ign andlungs-ntürf inhaltn stts auch inn Bzug zum Vrhaltn andrr (Bzognhit") Von inr Optimirng odr Normirng wird hir gsrochn wnn s sich um Stratgin dr   gerchteten Vrändng andrr und dr absichtsolln Transformation ihrr prsonaln dntität bzw. Slbstbildr handltor dism intrgrnd wndn sich di nachfolgdn rlgngn dr Frag z wlch (kulturund sozial)pschologischnBdutungn rligiösn und wltanschaulichn Übrzugngn und adlungsorintirungn im Rahmn on rligiösn Optimirngnzukmmn a dis nur slkti und klktisch gschhn kann wr-dn ir Aspkt fokussirt  Zunächst  stht di d o  bssrnMschn im Vordrgrund Dm Mnschnbild dr cristichn Tra-ditinn wird dabi in bsondr Bdutung zugsprohn wildiss wsntlich Bdingungn und unabdingbar Mrkmal r dasVrständnis dr stratgisch ausgrichttn prsuasikomunikatinadlungspraxis im Rahmn rligiösr Mission lifr und in hand-usthortisch Einbttng ds Bgriffs dr Optimirng rmöglichtDi anschleßende Erörtrng ins  sezschen Tps dr Opti-irug ds umann wlchr auf in rligiös motiirt Vrän-drng und Vrollkommnung dr Andrn z T. auch dr andlndn  MSSON OSSBLE?   selbst, ausgeictet ist, wird sich in erster Linie mit dem bereits ande-renots empiisch untersuchten missionarschen Handeln von deut-schen Proteannnen bescftigen (Aold  2010). Dabei stellt sicheraus, dass dieser spezische Modus des Hanens aufgrnd voncrstichen berzeugungen, Wertaltngen und andlungsorientierngen auf einen allgemeinen sozialtheoretisch bzw anthropologisc bedeutsame Apet menschlicher Existenz hinweist Die MissionarInnendemotrieren eindrücklich, dass ein auf die Optimierng, Ver-nderng  Vereinnamung von Anderen und Fremden gerichtetesandeln nict one eine Verinerlichung, Imagination von und Sehn-sucht nac einem Bild des , besseren Menschen' auskommt Im ugeder Verirkicung dieser Idee der Verbesserng im eichen der V er-vollko m g ommen versciedene Strategien  Optimierung vonals verndengsd optimierungsbedürftig anerkanten kultrellenebensund andlungsfomen zum Einsatz Wie abschließend  gezeigt wir, stellen Strategien religiöser Optimierung in der Mission letztlicheinerseits eien ,Möglichkeitsraum' (Matthes 1993)  und andererseitseine empirisce onkretisierung bzw Variante des ,Prototyps' (Saler  1993) einer Optimierng des Humanen dar  U AN DN ,BSSN MNSHN'ONTURN IN KULTLLN BNSFOU ISUN NS HRISTLIH·ISSIONRSHN MNSHN UNDLTBILDS ie Beantwotung der Fragen, warm und wie Menschen einander voniren jeweiligen Einsichten von einem sinnvollen, glücklicen und erlten Leben  überzeugen trachten, hngt unmittelbar mit den zu-gnde geleten ,Menschenbilde' zusammen, die Ergebnis des uen  un inen von universalisierbaren Modellen  Beschrei- bng, Deutung und Erklrung menschlicher Existenz sind Es gibt be-antlich eine anze Reihe von Menschenbilde, die ein vollkomenes oder um Vervollkommnng bemühtes Wesen z zeichnen ver-suchen nter  Menchenbilde  wird eine Vielzahl von kulturspezi-schen, noativen Modellen oder Vorstellungen über das Wesen desensche d eine Existenz zsammengefasst, welce das sozialeusammenlebe maßgeblich strukturieren, (meist) in einem Span- nungsverlnis zur empiisch erfassbaren Umwelt stehen und eine ge
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