Erfassung residenter und migratorischer Vogelarten im Pantanal Brasiliens. Pantanal – Drehscheibe des Vogelzugs zwischen den Hemisphären der Neuen Welt (Teil 2)

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  See discussions, stats, and author profiles for this publication at: http://www.researchgate.net/publication/275949156 Erfassung residenter und migratorischer Vogelartenim Pantanal Brasiliens. Pantanal – Drehscheibe desVogelzugs zwischen den Hemisphären der NeuenWelt (Teil 2)  ARTICLE  · JANUARY 2013 READS 12 5 AUTHORS , INCLUDING:Karl-L. SchuchmannZoological Research Museum Alexander Koenig 144   PUBLICATIONS   420   CITATIONS   SEE PROFILE Todor GanchevTechnical University of Varna 133   PUBLICATIONS   627   CITATIONS   SEE PROFILE Olaf JahnZoological Research Museum Alexander Koenig 151   PUBLICATIONS   98   CITATIONS   SEE PROFILE Marinêz Isaac MarquesUniversidade Federal de Mato Grosso (UFMT) 59   PUBLICATIONS   237   CITATIONS   SEE PROFILE Available from: Olaf JahnRetrieved on: 27 October 2015  Drehkreuz Pantanal -Vogelzug in der NeotropisExtremadura-Zwischen Steppe und Hochgebirge Jahrgang 31, Neue Folge, Nr. 1/2013 Volume 31, New Series, No. 1/2013  Zum Fliegen geborenFlying free Jahrgang 31, Neue Folge, Nr. 1/2013 Rundbrief für Freunde und Förderer des Brehm Fonds für internationalen Vogelschutz e.V.Newsletter for friends and donorsof the Brehm Fund forInternational Bird Conservation e.V.    Editorial   2  Brehm Fonds-Schwerpunktprojekt: 3 Pantanal - Drehscheibe des Vogelzugs zwischen den Hemisphären der Neuen Welt (Teil 2) Titelstory:  6 Zwischen Steppe und Hochgebirge: Die Heimat von Blauelster und Kaiseradler    Ornithologische Studienreise 2014   12  Titelbild:  Weißstörche im Luftkampf  ( Ciconia ciconia ; © A.-A. Weller)    _____________________________________   Kuratorium – Curatorial Board   Till Brehm, Präsident; Wolf W. Brehm, Prof. Dr. Karl-L. Schuchmann  Herausgeber – Editor   Brehm Fonds für internationalen Vogelschutz e.V.  Sekretariat – Secretary’s Ofce  Dr. A.-A. Weller, Museum A. Koenig, Ornithologie, Adenauerallee 160, D-53113 Bonn Tel.: +49 (0)228 9122-237 Fax: +49 (0)228 9122-212 E-Mail: a.weller@brehm-fonds.de Internet: www.brehm-fonds.de  Bankverbindung – Bank account   Commerzbank Bonn, IBAN DE51 3804 0007 0259 0909 00 Postbank Köln, IBAN DE66 3701 0050 0009 0015 01  E D I T O R I A L  Liebe Förderer und Freunde, in den vergangenen Wochen konnte der interessierte Natur- freund wieder ein erstaunliches Phänomen am Himmel beob-achten. Mit der Genauigkeit moderner Navigationssysteme bewegen sich große Schwärme von Kranichen und Wildgän- sen sowie Greifvögel und viele Millionen anderer Vogelarten  zwischen den Brutgebieten und Winterquartieren, teilweise über erstaunliche Entfernungen. Kein Wunder also, dass sich  schon Generationen von Wissenschaftlern mit dem Geheim-nis des Vogelzuges beschäftigt haben, wobei die Anfänge bereits auf Aristoteles zurück gehen. Damit bendet sich das gegenwärtige Schwerpunktprojekt des Brehm Fonds in bester Tradition. Wer jedoch meint, dass bereits alles Wesent-liche über den Vogelzug bekannt wäre, dem sei ein Besuch im Pantanal empfohlen, einem Zielgebiet unserer Forschung.  Dort geht es beinahe zu wie auf einem richtigen Flug- hafen: Tausende „Fluggäste“ landen (im Nord- bzw. Süd- winter), iegen ab (im Nord- bzw. Südsommer) oder nutzen das riesige Feuchtgebiet als Transitzone. Die dabei zurück  gelegten Entfernungen - von Alaska im Norden bis Feuer-land im Süden - würden ausreichen, um zahlreiche „Meilen- millionäre“ unter den einzelnen Arten zu küren. Wie sich diese im Jahresverlauf zusammen setzen, ist eines der Ziele des Projektes und Gegenstand unseres ersten Berichtes. Auf den Spuren des Vogelzuges befanden sich auch die Teil-nehmer der diesjährigen Frühjahrsexkursion des Brehm  Fonds, die in die Steppen und Berggebiete der Extremadu-ra führte. Bei nahezu sommerlichen Temperaturen gab es  zahlreiche ornithologische Höhepunkte dieser einzigartigen  Region im Südwesten der Iberischen Halbinsel zu entdecken, darunter alle dort vorkommenden Adler- und Geierarten. Unsere beliebte Reihe naturkundlicher Studienreisen wird auch im kommenden Jahr fortgesetzt. Als Ziel erwartet die Teilnehmer diesmal der Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel im Südosten Österreichs - vielleicht auch für Sie eine Reise wert?Unabhängig davon, ob Sie demnächst Ihren Urlaub mit uns planen, wünschen wir Ihnen einen stressfreien Jahres-ausklang und frohe und besinnliche Festtage. IhreTill Brehm Wolf W. Brehm Karl-L. Schuchmann 2   zwischen den Zugvögeln der nördlichen und süd-lichen Hemisphäre liegt die Differenz in der Ar-tenzahl bei 1,5. Begründet wird dies von amerika-nischen Vogelzugforschern durch die 5-mal größere Landmasse nördlich des Wendekreises des Krebses im Vergleich zur Fläche südlich des Wendekreises des Steinbocks. Setzt man diese Flächenunterschiede zwischen dem nord- und südamerikanischen Konti-nent in Bezug zu der jeweiligen Anzahl wandernder Vogelarten, würde man allerdings noch deutlich mehr Arten im Norden des nordamerikanischen Kontinentes erwarten. Umgekehrt bleibt aber auch festzustellen, dass die ächenmäßig kleinere süd- amerikanische Australregion vergleichbar viele Zugvogelarten beherbergt. Doch es gibt noch wei- tere geograsche Unterschiede mit Auswirkungen auf die Zugsysteme zwischen den beiden neuwelt-lichen Hemisphären. Die gemäßigten Regionen in Südamerika liegen deutlich näher an den äquator-nahen Überwinterungsquartieren der Australzieher. Dies bedeutet deutlich kürzere Zugwege für Vögel des südlichen Südamerikas, während die neark-tischen Arten größere Wegstrecken aus deren Brut-gebieten in den nördlichen gemäßigten Breiten bis ins tropische südamerikanische Überwinterungs-quartier zurücklegen müssen. Pantanal – Drehscheibe des Vogelzugs zwischen den Hemisphären der Neuen Welt (Teil 2) Im ersten Teil unseres Berichtes zum Vogelzug in der Neuen Welt (s. ZFG 2012, Nr. 2) haben wir die unterschiedlichen und noch wenig erforschten Migrationssysteme zwischen Nord- und Südame-rika beschrieben, wobei dem riesigen Feuchtgebiet im Südwesten Südamerikas, dem Pantanal, eine große Bedeutung als Drehscheibe für rastende bzw. überwinternde Vogelarten aus beiden Hemisphären zukommt. Bevor wir auf die Bedeutung des Panta-nals für den Vogelzug zu sprechen kommen, soll zunächst auf die geograschen Besonderheiten die -ser Wanderungen eingegangen werden. Die Grund-muster der neuweltlichen Vogelmigration sind sich sehr ähnlich. Arten aus diesen Regionen wandern in der Regel im Herbst, nach dem Ende der Brut-zeit, in die äquatornahen Gebiete Südamerikas und im Frühling wieder zurück in ihre Brutgebiete. Dies lässt sich leicht veranschaulichen, wenn man sich dieses Zugverhalten bildhaft vorstellt: Vögel, die in der südlichen (Australregion) bzw. nördlichen He-misphäre (Nearktis) brüten, ziehen zur gleichen Zeit in die gleiche Richtung, und zwar nördlich, wenn die nördliche Erdhalbkugel zur Sonne ausgerichtet ist, und in Richtung Süden, wenn die Sonne auf der Südhalbkugel am höchsten steht. Unabhängig von diesem spiegelbildlichen Zugmuster bzgl. Richtung und Zeitverlauf ist jedoch ein wichtiger Aspekt noch nicht ausreichend berücksichtigt: Welche Bedeutung für den Vogelzug kommt der unterschiedlichen Grö-ße, Lage und geologischen Struktur der Landmassen auf beiden Kontinenten zu? Das südliche Südame-rika, Brutgebiet der Australzieher, ist deutlich klei-ner als das Brutareal der nearktischen Zugvögel auf dem Nordkontinent. Ein Blick auf die Arealgrößen dieser Region spiegelt sich in den unterschiedlichen Artenzahlen wandernder Vögel in beiden Hemis- phären wieder. Die Anzahl der Brutvögel aus Nor-damerika, die in den äquatornahen Regionen Süda-merikas überwintern, liegt bei etwa 340. Hingegen sind es „nur“ 230 Vogelarten aus dem südlichen Teil Süd-amerikas, die nach ihrer Reproduktionsphase in die Neotropis wandern. Beim direkten Vergleich  Aus dem Brehm Fonds-Schwerpunktprojekt:  Erfassung residenter und migratorischer Vogelarten im Pantanal Brasiliens 3    Neuen Welt. Unter den nearktisch-neotropischen Ziehern sind die Waldsänger (Parulidae) mit 15% der Gesamtarten am häugsten vertreten, während die Anzahl der Tyranniden lediglich bei 10% liegt. Aus ökologischer Sicht fällt auf, dass die Austral-zieher überwiegend offene Vegetationsbereiche während der Brutzeit bevorzugen, während die nordamerikanischen Zugvögel ausschließlich in Waldhabitaten nisten. Den wandernden Arten aus  beiden Hemisphären ist aber eines gemeinsam: außerhalb der Brutzeit, d. h. in ihren neotropischen Überwinterungsquartieren, sind es weitgehend Habitatgeneralisten, die keine besonderen An-forderungen an ihren Lebensraum stellen, sofern ausreichend offene Wasserächen vorkommen, die das Vorkommen von Insekten als Nahrungsbasis  begünstigen. Das US-Zugvogelforscher-Team um Prof. Chesser von der Louisiana State-Universität in Baton Rouge haben noch ein weiteres recht ungewöhnliches Zug-verhalten bei den nordamerikanischen Zugvögeln festgestellt. Etwa ein Viertel aller nearktisch-neotro- pischen Zieher, wie beispielsweise die Stelzenläufer (Scolopacidae), überwintern in der Australregion im südlichen Südamerika, während kein Zugvogel aus dieser gemäßigten Zone im Südsommer in Nord-amerika überwintert. Nur wenige Australmigranten (32 Arten) ziehen überhaupt bis nach Amazonien oder sogar über das Amazonasgebiet hinaus (14 Arten). Zwei Drittel der Australzieher verbleiben 4  Die US-amerikanischen Vogelforscher aus der Ar- beitsgruppe von Prof. Levey von der Universität Florida in Gainsville weisen in ihren Studien darauf hin, dass das Fehlen von topograschen Barrieren für Australzieher auf dem Weg in die warmen Ge- biete Amazoniens ein weiterer Hinweis auf deren durchaus beachtliche Artenvielfalt sein könnte. Als Umkehrschluss könnte man argumentieren, dass die nordamerikanischen Zugvögel auch deshalb keine höheren Artenanteil aufweisen (in Bezug zur ver-fügbaren Fläche der nördlichen Brutgebiete), da der Golf von Mexiko als Barriere eine Expansion von Vogelarten aus den Tropen Mittel- und Südamerikas in nördliche Richtung stark einschränkt.In Bezug auf die taxonomische Zusammensetzung der Zugvögel der Neuen Welt werden die süd- amerikanischen Zieher klar von einer Vogelfamilie dominiert. Über 30 % aller migratorischen Arten gehören zur Familie der Neuweltiegenschnäpper (Tyrannidae), der artenreichsten Vogelfamilie der
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