Die „Rhapsodie vom Großen Schmelzen“ – Ein Gedicht über Bergbau, Münzguss und Zementkupfer im China des 13. Jahrhunderts

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  Throughout two millennia of imperial Chinese History, never more copper was produced and cast into coins than during the Song period (960-1279). The prose poem Daye Fu 大冶賦 offers vivid insights into mining and minting at this time. It is centred
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  2 Der Anschnitt 66, 2014, H. 1-2  Vorbemerkung Nie wurde in der gesamten mehr als zweitausendjährigen Ge-schichte des kaiserlichen China mehr Kupfer produziert und daraus mehr Münzgeld hergestellt als zur Song-Zeit (960-1279). Das Prosagedicht „Daye fu 大冶賦 “, zu Deutsch „Rhap-sodie vom Großen Schmelzen“ von Hong Zikui 洪咨夔  (1176-1236) legt ein lebendiges Zeugnis über den Bergbau und das Münzwesen unter dieser Dynastie ab. Im Zentrum steht da- bei die in China weltweit zuerst entwickelte und angewandte Technik der Zementkupferherstellung. Dazu werden auch an-dere Abbau- und Verarbeitungstechniken dargestellt, und in-teressante Aspekte des zeitgenössischen Verständnisses von Bergbau und Geldwesen, die sie leitenden Gesetzmäßigkeiten und ihrer Rolle in Staat und Gesellschaft kommen zum Aus-druck. Ziel dieses Artikels ist es, eine der literarischen Form angepasste Übersetzung des Gedichtes ins Deutsche vorzule-gen und durch deren Erläuterung und Gegenüberstellung mit anderen Quellenmaterialien einen Beitrag zum besseren Ver-ständnis chinesischer Wissenschafts- und Technikgeschichte zu leisten.Diese Übersetzung ist im Kontext eines Teilprojektes der DFG-Forschergruppe „Monies, Markets and Finance in China and East Asia, 1600-1900“ an der Universität Tübingen entstan-den. Eine Übersetzung des Gedichtes ins Englische zusammen Die „Rhapsodie vom Großen Schmelzen“ – Ein Gedicht über Bergbau, Münzguss und Zementkupfer im China des 13. Jahrhunderts  Alexander Jost  The “Rhapsody of the Great Smelting” – a Poem about Mining, Minting and Copper Cementation in 13  th   Century China  Throughout two millennia of imperial Chinese History, never more copper was produced and cast into coins than during the Song period (960-1279). The Prose Poem Daye Fu 大冶賦  offers vivid insights into mining and minting at this time. It is centred around the descrip-tion of copper cementation or wet copper production, a technique which was worldwide rst applied in China. Additionally, other methods of ore exploitation and metal production are displayed illu-minating interesting aspects of the contemporary understanding of mining and minting as well as their role for state and society. It is the purpose of this article to provide an annotated German transla-tion of this poem, which respects its literary form and by doing so to contribute to a better understanding of the History of Science and Technology in China. mit weiterreichenden Forschungsergebnissen, die vor allem das Thema der Zementkupferproduktion betreen, wird voraus -sichtlich 2014 bei Brill in Buchform erscheinen. 1   Einleitung Im Jahre 1210 verfasste der Direktor der Bezirksschule des Städt-chens Raozhou 饒州  , das heute unter dem Namen Poyang 鄱陽   bekannt ist und in der Provinz Jiangxi im Südosten Chinas liegt, ein Gedicht. 2  Es handelte vordergründig in erster Linie von der Herstellung von Metallen, vor allem Kupfer, und ihrer Weiter-verarbeitung zu Münzen, vermittelte dabei jedoch mit feinem Sinn zwischen den Zeilen sowohl die profunde Sachkenntnis als auch die loyale Einstellung und die bescheidene Lebensein-stellung seines Autors. Geschickt muss es dem bis dahin für sei-ne Dichtkunst wenig bekannten Beamten gelungen sein, für sein Werk selbst in der Hauptstadt Aufmerksamkeit zu erregen, denn sogar in der oziellen Historiographie der Song-Dynas - tie ndet sich ein Eintrag, dass der zu dieser Zeit höchste kaiser -liche Berater Lou Yue 樓鑰 sich ganz entzückt über das Gedicht gezeigt habe. 3  Der Autor selbst lässt sich 1211, ein Jahr später je- denfalls bereits als Prinzenerzieher am Kaiserhof wiedernden, später sollte seine Laufbahn ihn noch bis zur Position des Justiz-ministers führen.  3 Der Anschnitt 66, 2014, H. 1-2 Die erste Seite des „Daye Fu“, Holzdruck aus der Südlichen Songzeit (1126-1279)Beamtengelehrter zur Song-Zeit, 12. Jahrhundert, unbekannter Künstler  Der Dichter des im Folgenden übersetzten Gedichtes heißt Hong Zikui 洪咨夔  und das Werk mit dem Namen „Daye fu 大冶賦 “ wurde an erster Stelle in seine gesammelten Werke aufgenom-men. 4  „Daye fu“ wurde in diesem Artikel mit „Rhapsodie vom Großen Schmelzen“ übersetzt, wobei das fu eine feste Gattung der traditionellen chinesischen Dichtkunst darstellt, in der seit ihrer Blüte während der Hanzeit (206 v. Chr. - 220 n. Chr.) in rela-tiv freien Versen und Reimschemata, doch mit besonderer Beto-nung auf der Parallelität sprachlicher Strukturen, über ein außer-ordentlich weites Spektrum von Themen gedichtet wurde. Diese Gattung wird im Deutschen gewöhnlich entweder mit „Rhap-sodie“ oder mit „Prosagedicht“ übersetzt. 5  „Daye“ kann sowohl „der große Schmelzer“ als Person bedeuten, was im Kontext des Gedichtes ebenso einen Sinn ergäbe wie eventuell sogar „die Große Schmelzhütte“ oder „die Große Münzgießerei“. Es wur-de jedoch dem „Großen Schmelzen“ der Vorzug gegeben, da es zum einen relativ allgemein die Prozesshaftigkeit des Beschrie- benen zum Ausdruck bringt und zum anderen „Daye“ als „das große Schmelzen“ im daoistischen Kontext, der in diesem Ge-dicht zweifelsohne mitklingt, ein feststehender Terminus für das Schmelzen in den prozesshaften Verwandlungen der Natur ist.  4 Der Anschnitt 66, 2014, H. 1-2 Der Text beginnt mit kurzen und bescheidenen Worten, die den Anlass und die Themenwahl kurz umschreiben: Als ich nach Dongchu 6  reiste meine Stelle anzutretenda lebte ich der Münzstätte recht nahund in der mir verblieb’nen freien Zeitschrieb ich was ich gehört hatt‘ und gesehn in einem Büchlein nieder.Bevor ich gingdichtete ich alles dies zu einer Rhapsodiesie klang wie folgt: Hong Zikui erhebt also Anspruch darauf, die Dinge, die er be-richtet, nicht der Literatur oder dem Schatz des allgemeinen Wissens entnommen, sondern seine Kenntnisse aus eigener An-schauung bezogen zu haben oder doch zumindest aus Gesprä-chen mit unmittelbar involvierten Zeitgenossen. Entspricht dies der Wahrheit, so macht es die „Rhapsodie vom Großen Schmel-zen“ zu einer sehr wertvollen Quelle, da im Kontext des kai-serzeitlichen China die Kluft zwischen schreibenden Beamten-gelehrten oder anderen Mitgliedern der Eliten und direkt mit der Materie befassten Bergwerks- und Hüttenarbeitern sehr groß war. Deswegen ist eine ernsthafte und präzise intellektu-elle Auseinandersetzung mit dem Thema Bergbau in der Regel nur dort anzutreen, wo unmittelbar staatliche Stellen betroen sind, weniger hingegen beispielsweise in rein technischen Be-langen.Da diese technischen Belange im Rahmen dieses Artikels von  besonderer Bedeutung sind, soll ihnen in der Besprechung das Hauptaugenmerk gelten. Weitergehende Anmerkungen zum grundsätzlichen Verständnis des Textes sind in knapper Form in den Endnoten zu nden. Geschichte des Münzwesens in China bis zur Songzeit Der erste Teil des eigentlichen Gedichtes befasst sich mit den Ur-sprüngen der Metalle im Rahmen der Entstehung der Welt: Als einst der Himmel und die Erde ihren Platz gefunden hatten,da türmten sie die hohen Berge und erschmolzen breite Flüsse.Wenn man der Erde vier zusammen mit des Himmels neun sich nimmt,dann steht der Himmel für „Metall“ und ist ein Teil des Zeichens „See“.Bringt man der Götter Tai 7  und Ao 8  verborg’ne Schätze an das Licht,dreht man der Numinosität geheimnisvollen Angelpunkt.Es waren Zhu, Ye, Fu, Li, Jia und Tao 9 die Sechse denen es gelang.Von dem was ihrer Kunst entsprang,war doch das wichtigste das Geld. Aus diesen erönenden Zeilen wird deutlich, dass Erzlagerstät -ten grundsätzlich mit Bergen, ganz im Sinne unseres traditionel-len Verständnisses, das sich in dem Wort „Bergbau“ spiegelt, in Verbindung gebracht werden, jedoch gliedert sich ihre Genese in das System der Wandlungen ein, wie es sich in den Hexagram-men des Yi Jing, des „Buches der Wandlungen“, manifestiert. 10  In der Folge wird zunächst der Ursprung des Münzgusses und damit des Geldes thematisiert. Seine Erndung wird dabei den  beiden Kulturheroen Suiren 燧人  , dem Feuerbringer, und Fuxi 伏羲  , dem göttlichen Urkaiser, zugeschrieben: Suiren und Fuxi brachten es zuerst hervor,der Gelbe Kaiser folgte und der Große Yu.Familie Si 11  und auch Tian Yi 12  , sie gossen Münzen bei den Bergen Zhuang und Li,und überstanden so die Katastrophen der neun schlimmen Jahre;die Jis und Jiangs 13  verteilten die Verantwortung auf neun Institutionen,sie brachten Währungen wie Seiden- und auch Messermünzen in den Umlauf.Familie Liu 14  vergeudete die Vorschläge der sieben Reichtümer dann ungenutzt.Das Monopol auf Salz und Eisen wurde überwacht vom Ministerium der Finanzen.Verglichen mit den „Roträndern“ und auch den „Ulmennüssen“war’n die Wuzhu-Münzen alleine doch nur angemessen.Sie passten zu der Weissagung vom weißen Wasser 15  und zum Volks- lied von dem gelben Büel 16 und sie bestätigten die Weltenherrschaft der sechs Drachen 17 .Als Jinyang sich alsdann zu großer Höhe aufschwang,belehnt‘ man Qi und Qin gleichwohl mit Münzgussrechten.Die Münzen trugen Aufschriften in drei verschied’nen Stilendazu des Sichelmondes Abdruck wie er neu geboren. 18 Obgleich sie seit der Huichang-Zeit 19  sich unterschieden durch der Präfekturen Namen,blieb doch die alte Kaiyuan-Form bestehen.Was nun die leichten Münzen angeht, so nannte man sie „Seekannenblätter“, „Pugscharen“, „Gänseaugen“ und „Fadenringe“. Sie ogen im Wind und schwammen im Wasser. Die schweren aber hießen„Rädergleich“, „Zwei Zhu“, „Große Spaten“ und „Große Brunnen“ und sie gab es in Nennwerten von hundert bis zu tausend.Ist Selbstsucht skrupellos zu frönen, Aufruhr und Chaos zu erzeugen, genug denn wirklich, um das rechte Maß zu nehmen für das allgemei-ne Wohl? Nach den mythologischen Ursprüngen lässt sich durch den Lauf der wechselnden Dynastien hindurch neben der Etablierung sehr geschätzter und langlebiger Münzen wie den  Wuzhu 五銖   oder den  Kaiyuan tongbao   開元通寶   ein grundsätzlicher Verfall feststel-len: Politische Chancen werden vergeben und notwendige Refor-men nicht durchgeführt. Münzen werden von den Münzstätten in reduzierter Größe oder minderwertiger Legierung produziert, was sie so leicht werden lässt, dass sie sogar schwimmen oder im  Kaiyuan 開元 -Münze mit sichelförmigem Abdruck, Tang-Dynastie, nach 732  5 Der Anschnitt 66, 2014, H. 1-2 Wind iegen und ihnen unrühmliche Spitz -namen wie „Ulmennüsse   (yujia 榆莢 )“ oder „Fadenringe   (  yanhuan   綖環 )“ einbringt. 20  In anderen Fällen werden die Denomina-tionen von Münzen künstlich erhöht, so dass sie weit über ihrem eigentli-chen Materialwert gehandelt wer-den müssen. Der Grund für diese Verfallssymptome, die dem ei-gentlichen Wesen des Geldes zu-widerlaufen, ist in der Selbstsucht der Menschen und ihrer Vernachlässi-gung des Gemeinwohls zu sehen. Honung auf Besserung kommt erst auf, als, begleitet durch zahlreiche glückverhei-ßende Himmels- und Naturphänomene, die zu des Dichters Zeit herrschende Song-Dynastie (960-1279) an die Macht gelangt: Am blauen Himmel ließ der Jupiter sich sehenund der Vollkommene erstand in Zhuo 21 Die Fünf Planeten formten eine große Konjunktionund zwei Gestirne rieben sich wohl aneinander. Mit Sturmeswinden zogen Wolken auf am HimmelDer Große Wagen tauschte seinen Platz mit dem Polarstern. Die Kunlun-Berge legten ach sich nieder, des Ozeanes Wogen wurden still.Und Dongtingsee und Xiang-Fluss zähmten ihre Wellensogar der Pass von Jiange, er verlor seine Gefahr.Im Fluge setzte dann des Kaisers Heer bei Caizhi über.Erobert war die Kaiseraura von sechs Dynastien,vereint waren zudem die Ländereien von Jiangnan. 22 Vor diesem historischen Hintergrund beschreibt und bewertet Hong Zikui nun die Situation des Münzwesens seiner Zeit. Münzstätten, Montanverwaltung und Bergwerke Die Münzstätte von Yongping 永平  , die bereits zu Beginn des Ge-dichtes erwähnt wurde und in deren Nähe Hong Zikui seinen Dienst als Schuldirektor leistete, markiert hierbei den Ausgangs-punkt seiner Ausführungen. Sie leistet ihren Beitrag dazu, dass neben den segensreichen Handlungen der Standardisierung von Maßen und Gewichten und Wagenspurweiten, wie sie seit Qin Shihuang von jedem Kaiser erwartet werden, auch die umfassen-de Versorgung der Bevölkerung mit Kupfergeld sichergestellt ist. Was Münzämter betrit, so gibt es eines in Yongping, das wie zuvor das Land von Chu 23  auch kontrolliert.Das Werk des Vorgängers wohl setzt ein jeder Kaiser fort,mit gleicher Schrift und auch mit einheitlicher Wagenspur.Des Himmels Siegel und das in der Form des Tigers Mit Schrift im Vogel-Stil und feinsinniger Schönheit.Die Bergbeamten kontrollieren streng die Monopoleund die neun Gouverneure 24  richten Kisten mit Tributen.Es gibt zudem die folgenden zwölf Münzgusspräfekturen:„Ewige Fruchtbarkeit“, „Ewiger Durchbruch“, „Üppiger Reichtum“, „Reichtum des Volkes“, „Strahlender Friede“, „Großer Friede“, „Göt-terbrunnen“, „Schatzbrunnen“, „Fruchtbares Land“, „Fruchtbare Weite“, „Bereicherung des Volkes“ und „Nutzen des Volkes“. 25 Sie alle sind klar abgegrenzt und dabei doch auch eng verzahnt.An dieser Stelle können sie nicht durch und durch behandelt werden. Natürlich ist es wichtig, dass die Versorgung der Münzstät-te mit Rohmetall, vor allem Kupfer, gewährleistet ist. Hierzu si-chert sich der Staat zunächst ein Monopol auf die Produktion von Kupfer. Zur Verwaltung dieser Monopolproduktion wer-den bestimmte Regionen, die von besonderer Bedeutung für die Produktion wichtiger Güter, wie eben Kupfer, sind, als „In-dustriepräfekturen“ oder in diesem konkreten Fall „Münzgus-spräfekturen“ (  jian   監 ) einer speziellen Verwaltungsstruktur zur Kontrolle dieser Produktion unterstellt. 26  Die jeweils zuständigen Verwaltungsstellen tragen, ähnlich wie auch die einzelnen Berg- werke, glückverheißende Namen, in denen sich die Honungen und Erwartungen an die Metallproduktion für den Einzelnen und die Gesellschaft spiegeln.Diese Kupferpräfekturen konzentrierten sich zur Song-Zeit in  besonderem Maße in Südostchina, vor allem in den modernen Provinzen Jiangxi, Fujian, Guangdong und teilweise auch Hun-an, eben in der Region, in der auch Hong Zikui lebte und sei-ne Beobachtungen anstellte, als er die „Rhapsodie vom Großen Schmelzen“ verfasste. Daher widmet er dem Lob dieser Land-schaften eine eigene Passage: Des Landes Ausdehnung reicht heutevom Pan-Baum 27  ganz im Osten bis Danxue 28  ganz im Süden,von Taimeng 29  ganz im Westen bis Zhuli 30  ganz im Norden.Die Erde bringt hervor der Güter Menge.Die Straßen führ’n zusammen die Tribute.Gesammelt werden viele tausend Schätze Münzgusspräfekturen in Song-China um 1200, er- stellt von Alexander Jost auf Basis der „China Histo- rical Studies“ GIS-Datensätze von Robert Hartwell, Harvard mit ESRI ArcGIS, 2013.  6 Der Anschnitt 66, 2014, H. 1-2 Kein Ort kommt dem Südosten jemals gleich.Der Grund für dieses liegt wohl in der Großmut und der Güte seines Geistesund deckt sich passend mit der fein geordneten Verteilung seines Landes.Die Sterne Dou und Niu bedecken ihn und schmücken ihn mit Funkel-strahlen,Der Jangtse und der Han bewässern ihn und spenden ihm ihr göttlich‘ Wasser.Dort zwischen Huai-Fluss und der See und zwischen Jingzhou und dem Heng-Berg,dort sind Tribute die drei Güterund in der Gegend zwischen Kuaiji-Berg und Tai-Seedort liegt der Nutzen in der Bronze. Südostchina wurde erst zur Song-Zeit zum bedeutenden wirt-schaftlichen Zentrum des Reiches. Diese Entwicklung gilt eben-falls für den Bergbau in der Region. Während der vorangegange-nen Dynastien lag der wirtschaftliche Schwerpunkt, ebenso wie übrigens die Hauptstadt des Reiches, immer weiter im Norden. Zur Hanzeit waren die Beamten für das Eisen einundfünfzig,und diese waren ebenfalls zuständig für den Umgang auch mit Kupfer.Zur Tang-Zeit waren die Schmelzöfen der Provinzen neunundneunzig,und wichtig war’s, das Eisen aus dem Land des Huai und auch des Ja-ngtse zu betreuen.Auf diese Weise wurden während dieser beiden Dynastien des Himmels und der Erde Schätze wohl verwaltetund so war’n auch des Shaofus 31  und des Shuihengs 32  Lagerhäuser voll.Und als dann die Moral des Feuers hell des Wohlstands Flammen an-trieb,und als die überschäumende Befruchtung durch der Harmonien Aura tief das Reich durchtränkte, da fand ein wild daher gerannter Büel, der die Flucht im Sinne hatte, Kupfer, es fand ein schnell dahin geeiltes Reh mit einem überird‘schen Geiste Sil-ber.Wenn Zinn und Gold und Silber bunt gemischt erscheinenund man Zinnobermedizin zu diesem beigibt,dann kann man auch nicht eines dieser Phänomene je erklären. Den Aufstieg des Bergbaus in den südöstlichen Provinzen knüpft Hong Zikui unmittelbar an die Reichseinigung und Machtübernahme durch die Song-Dynastie. Dies zeigt sich durch die Erwähnung der „Moral des Feuers ( huode   火德 )“. Dem zyklischen System der fünf Elemente Feuer, Metall, Erde, Wasser und Holz folgend, identizierte sich jede chinesische Dynastie zur Legitimation ihrer Herrschaft mit einem dieser fünf Elemente; für die Song-Dynastie war dies Feuer. Die wohl-tätigen Auswirkungen dieser Moral des Feuers sind es nun, die in der Region zum Auftreten großer Erzvorkommen führen. Mit der Entdeckung dieser Vorkommen werden zwei Tiere assozi- iert: ein Büel und ein Reh. Dies ist auf zwei bis heute anzutref  -fende lokale Legenden zurückzuführen, nach denen in Kuaiji 會稽  , dem heutigen Shaoxing 紹興  in Zhejiang, ein entlaufener kupferfarbener Büel seine Verfolger zu einer Kupferader ge -führt habe, und in Dexing 德興   in Jiangxi ein Jäger auf der Jagd ein weißes Reh aus den Augen verloren, dafür jedoch Silbererz gefunden habe. 33  Ähnliche Legenden nden sich vielerorts für die Entdeckung von Salzvorkommen, die oftmals von Tieren auf der Suche nach Lecksteinen aufgesucht wurden. 34 Der letzte Satz bezieht sich auf die Anwendung des Amalga-mationsverfahrens, durch welches es möglich ist, mit Hilfe von Quecksilber, hier „Zinnobermedizin“ genannt, zum Beispiel Gold oder Silber aus Verbindungen mit verschiedenen anderen Elementen auszulösen, 35  eine Technik, die zur Song-Zeit zwar be-kannt war und angewendet wurde, deren genaue Funktionswei-se den Zeitgenossen Hongs jedoch gänzlich unverständlich war.Im folgenden Absatz führt der Text wieder zum Handeln des Staates und seiner Münzstätte zurück: Der Staat begann von der Xingguo-Zeit 36  an, Metalltransport zu Was-ser und zu Land zu kontrollieren, und man ng von der Xianping-Zeit 37  an Beamte für den Bergbau und den Münzguss zu ernennen.„Vereinigt unter einem Münzamt seien Jiang, Huai, Jing, Zhe, Min und Guang“. 38  besagten die Erlasse und Gesetze der Jingyou-Zeit. 39 „Des Ostens Leitung sei in Raozhou und des Westens Leitung sei in Qianzhou“besagten die Dekrete und Befehle der Yuanfeng-Zeit. 40 Nur nach den umfangreichen Untersuchungen in der Chunxi-Zeit 41 vereint‘ man abermals die Leitung in Yongping. Hier wird wiedergegeben, dass die zentrale Münzstättenverwal-tung vorübergehend in einen Ostteil und einen Westteil gespal-ten war, jedoch – sicherlich zur Freude des Autors – anschließend wieder in Yongping vereinigt wurde. Bei einem Felssturz aufgebrochener schräger Schacht aus der Songzeit na- he Dexing    德興 , Provinz Jiangxi 
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