Der juristische Institutionalismus von Santi Romano (Berlin 2019) [Schriften des Italienzentrums der Freien Universität Berlin 2]

Please download to get full document.

View again

All materials on our website are shared by users. If you have any questions about copyright issues, please report us to resolve them. We are always happy to assist you.
Share
Transcript
    Schriften des Italienzentrums der Freien Universität Berlin Band 2Der juristische Institutionalismus von Santi RomanoMaria Daniela Poli (Hg.)  Schriften des Italienzentrums der Freien Universität Berlin Die Schriften des Italienzentrums der Freien Universität Berlin werden vom Italienzentrum herausgegeben. Die einzelnen Bände sind auf unserer Webseite sowie dem Dokumentenserver der Freien Universität Berlin kostenfrei abrufbar: www.fu-berlin.de/italienzentrum https://refubium.fu-berlin.de/handle/fub188/22221 Die Veröffentlichung erfolgt nach Begutachtung durch den Direktor des Italienzentrums und die Mitglieder des Beirats der Schriften. Mit Zusendung des Typoskripts überträgt die Autorin / der Autor dem Italienzentrum ein nichtexklusives Nutzungsrecht zur dauerhaften Hinterlegung des Dokuments auf der Webseite des Italienzentrums. Die Wahrung von Sperrfristen sowie von Urheber- und Verwertungsrechten Dritter obliegt den Autor*innen. Die Veröffentlichung eines Beitrags als Preprint in den Schriften des Italienzentrums ist kein Ausschlussgrund für eine anschließende Publikation in einem anderen Format. Das Urheberrecht verbleibt grundsätzlich bei den Autor*innen. Schriften des Italienzentrums – Beirat: Prof. Dr. Christian Armbrüster Prof. Dr. Giulio Busi Prof. Dr. Daniela Caspari Prof. Dr. Dr. Giacomo Corneo Prof. Dr. Johanna Fabricius Prof. Dr. Doris Kolesch Prof. Dr. Klaus Krüger Herausgeber: Prof. Dr. Bernhard Huss Editorische Betreuung: Sabine Greiner Lektorat: Sabine Greiner, Emanuela Mingo, Janna Roisch Freie Universität Berlin Italienzentrum Geschäftsführung Habelschwerdter Allee 45 D-14195 Berlin Tel: +49-(0)30-838 50455 mail: sabine.greiner@fu-berlin.de    Zitationsangabe für diesen Band: Poli, Maria Daniela (Hg.): Der juristische Institutionalismus von Santi Romano  . Freie Universität Berlin 2019. DOI 10.17169/refubium-4027 ISBN 978-3-96110-240-2  Schriften des Italienzentrums der Freien Universität Berlin, Band 2 2   Inhalt Der juristische Institutionalismus von Santi Romano Seite   Geleitwort von Dr. Maria Daniela Poli 3 Zu Santi Romano: Die Rechtsordnung, Prof. Dr. Dian Schefold 6 Die Institutionenwelt des Santi Romano, Prof. Dr. Jörg Luther 14  Schriften des Italienzentrums der Freien Universität Berlin, Band 2 3   Der juristische Institutionalismus von Santi Romano Geleitwort Maria Daniela Poli   Dieser zweite Band der Schriften des Italienzentrums, der das Ergebnis eines am 8. Juni 2018 gehaltenen Seminars ist, beschäftigt sich mit Santi Romano, einem der wichtigsten italienischen Juristen des 20.  Jahrhunderts und Begründer des Institutionalismus in Italien. Die Bedeutung von Santi Romano ist offensichtlich. In der Tat müssen sich alle italienischen Rechtswissenschaftler des 20. Jahrhunderts (und auch die nachfolgenden) mit seiner berühmten Monographie L’ordinamento giuridico   / Die Rechtsordnung   (R OMANO  1918) 1 , die vor 100 Jahren (1918) veröffentlicht wurde und als ein „goldenes Buch“ („aureo libretto“) definiert wurde, auseinandergesetzt haben (vgl. R IPEPE  2012). Außerdem gehört das Buch von Romano zu den italienischen juristischen Texten, die in die meisten Sprachen übersetzt wurden 2  (auf Spanisch im Jahr 1963 (R OMANO  1963), auf Französisch und Deutsch im Jahr 1975 (R OMANO  1975a; R OMANO  1975b), auf Portugiesisch im Jahr 2008 (R OMANO  2008) und auf English erst im Jahr 2017 (R OMANO  2017) 3 ) und die die nationale und europäische Kultur am meisten beeinflusst haben (A RMAO  2018 :4-5). Nach der Rechtstheorie von Santi Romano ist das Recht – „noch bevor es Norm wird, noch bevor es sich auf ein einzelnes oder eine Reihe von Lebensverhältnissen bezieht“ (R OMANO  1975a: 32) – „ Organisation  , Struktur   und Grundlage   eben jener Gesellschaft, in der es sich verwirklicht und die es seinerseits als ein autonomes Gebilde, als Einheit konstituiert.“ (R OMANO  1975a: 32) Der Begriff „Institution“ drückt deswegen aus, was das Recht ist. Hierzu schreibt Santi Romano: „Recht ist hierbei die Rechtsordnung in ihrer Gesamtheit   und unter dem Blickwinkel auf ihre Einheit. Jede Rechtsordnung ist Institution, und, umgekehrt,  jede Institution ist Rechtsordnung: die Gleichung zwischen beiden Begriffen ist notwendig und absolut.“ (R OMANO  1975a: 32) Der nächste Schritt ist, dass „es so viele Rechtsordnungen wie Institutionen gibt.“ (R OMANO  1975a: 32.) Es ist auch wichtig zu unterstreichen, dass – obwohl sich der Normativismus gegen den Institutionalismus im Laufe der Zeit durchgesetzt hat – die Theorie von Santi Romano heute wiederauftaucht. Das kürzlich erneuerte Interesse der wissenschaftlichen Lehre an dem Autor ist kein reiner Zufall. 4  Wie der ehemalige Präsident des italienischen Verfassungsgerichts, Professor Paolo Grossi, behauptet hat, ist die pluralistische Perspektive von Romano im Hinblick auf die heutige Krise der Rechtsquellen und der Normenhierarchie extrem aktuell (G ROSSI  2006: 377-396). Sie kann uns helfen, den gegenwärtigen Rechtspluralismus besser zu verstehen und zu analysieren. Der Band versammelt die Beiträge von zwei hochkarätigen Wissenschaftlern: Herrn Professor Dian Schefold und Herrn Professor Jörg Luther. Es geht um zwei deutsche Juristen, die auf der einen Seite eine tiefe Kenntnis der italienischen Rechtsordnung haben und Experten für deutsch-italienische Rechtsvergleichung sind, und auf der anderen Seite Paradebeispiele der akademischen Mobilität zwischen Italien und Deutschland darstellen. In der Tat hat Professor Schefold viele Gastprofessuren in Italien bekleidet und häufig an italienischen Tagungen und Konferenzen teilgenommen, während Professor Luther einen Lehrstuhl für Öffentliches Recht in Italien innehat. Da das Italienzentrum der Freien Universität Berlin Kopoerationen mit italienischen wissenschaftlichen Einrichtungen fördert und zum akademischen ∗  Gastdozentin für Rechtswissenschaft am Italienzentrum der Freien Universität Berlin im akademischen Jahr 2017/2018. 1  Der Text ist bereits 1917 und 1918 in zwei Teilen innerhalb der Annali delle Università toscane   erschienen. 2  Darauf bezugnehmend C ASSESE  2015: 177. 3  Die späte Übersetzung in die englische Sprache ist symptomatisch für die Ignoranz der anglo-amerikanischen  juristischen Kultur gegenüber der italienischen Rechtstradition. In diesem Sinne: R IPEPE  2012 vorher B OBBIO  1977: 168. 4  Siehe zum Beispiel das von Thomas C ASADEI  und Stefano P IETROPAOLI  herausgegebene Heft Nr.2/2018 der Zeitschrift  Jura Gentium  , das völlig Santi Romano gewidmet wurde.  Schriften des Italienzentrums der Freien Universität Berlin, Band 2 4   Austausch zwischen Deutschland und Italien beiträgt, ist es sehr wichtig, die Aufsätze dieser Juristen innerhalb der Schriften des Italienzentrums aufzunehmen. Professor Schefold ist emeritierter Professor für Öffentliches Recht, einschließlich allgemeiner Staatslehre und neuerer Verfassungsgeschichte am Fachbereich Rechtswissenschaft der Universität Bremen. Nach seinem Studium in Basel, Berlin und Rom und seiner Promotion in Basel habilitierte er an der Freien Universität Berlin, wo er von 1970 bis 1980 lehrte, als er dem Ruf an die Universität Bremen folgte. Wie schon erwähnt, war er oftmals Gastprofessor in Italien. Insbesondere in Rom (an den Universitäten La Sapienza sowie Tor Vergata), Cosenza, Bologna, Trient. Für einen Zeitraum von zehn Jahren (2001-2011) hat er auch mit dem Arbeitskreis der unabhängigen Experten über die lokale Autonomie des Europarates zusammengearbeitet. Er ist Autor von mehr als 250 Publikationen (sowohl auf Deutsch als auch auf Italienisch). Exemplarisch genannt werden sollen Volkssouveränität und repräsentative Demokratie in der schweizerischen Regeneration 1830 – 1848   (1966); Zweifel des erkennenden Gerichts   (1971); Parteienrecht im europäischen Vergleich   (mit Dimitris Th. T SATSOS  und Hans-Peter S CHNEIDER , 1990); Entwicklungstendenzen der Kommunalverfassungen in Deutschland: Demokratisierung und Dezentralisierung?   (1996); Hugo Preuß: Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie im Kaiserreich   (2009); Italiens Verfassungsentwicklung zwischen Regionalismus, Devolution und Föderalismus - Parallelen zu Deutschland?   (2010); Bewahrung der Demokratie   (2012) und kürzlich – es ist letztes Jahr erschienen – La Costituzione di Francoforte del 1848/49   (2018) in italienischer Sprache. Professor Jörg Luther ist Professor für Öffentliches Recht am Fachbereich Rechtswissenschaft und Politik-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaft der Universität von Piemonte Orientale. Er promovierte an den Universitäten Göttingen (1990) und Mailand (1992). Vor seinem Ruf an die Universität von Piemonte Orientale war er von 1996 bis 2001 außerordentlicher Professor (Professore associato) an der Universität Pisa. Seit 2010 hält er auch Vorlesungen an der Universität Turin. Er war ebenfalls Mitglied des Justizrats Piemonte / Valle d’Aosta und wurde von 2008 bis 2014 zum Mitglied der Garantiekommission der Region Piemont gewählt. Er hat viele Publikationen in deutscher sowie in italienischer Sprache veröffentlicht. Um nur einige zu nennen: Idee e storie di giustizia costituzionale nell’Ottocento   (1990); Die italienische Verfassungsgerichtsbarkeit   (1990) ;    Principi per il diritto dei musei pubblici in Italia (1995);  Il futuro della Costituzione   (mit Gustavo Z AGREBELSKY  und Pier Paolo P ORTINARO , 1996); Esperienze di giustizia costituzionale   (mit Roberto R OMBOLI  und Rolando T ARCHI , 2000); I principi fondamentali della Costituzione italiana   (mit Elena M ALFATTI  und Emanuele R OSSI , 2002); Europa constituenda. Studi di politica, diritto e cultura costituzionale   (2007) sowie La Corte costituzionale a vent’anni dalla svolta   (mit Renato B ALDUZZI  und Massimo C AVINO , 2011). Die Beiträge werden zwei sehr bedeutsame Aspekte in Bezug auf Romanos Theorie in den Fokus der Betrachtung rücken. Professor Dian Schefold fokussiert die Rezeption von Santi Romano im deutschen Sprachraum. Er erklärt die Gründe für die komplizierte und lückenhafte Auseinandersetzung mit Santi Romano in Deutschland, welche übrigens beispielhaft für die Problematik der Rechtsvergleichung (und insbesondere das Bedürfnis von Übersetzungen sowie der Gefahr der Verfälschung der Theorie durch andere Perspektiven) ist. Da es keine vergleichbare Lücke bei der Rezeption der Werke eines deutschen Juristen in Italien gibt, führt die Analyse auch zu der Überlegung, dass die italienische Rechtslehre die deutsche Rechtstradition mehr einbezieht als umgekehrt. Professor Jörg Luther bietet eine Skizze der Figur Santi Romanos sowie einen Überblick seiner wissenschaftlichen Arbeiten und seiner verfassungsrechtlichen und allgemeinen Lehre. Außerdem konzentriert er sich auf den Begriff der Autonomie und der Gemeinde, der im Buch Il Comune (R OMANO   1908) behandelt wird, das Teil seines umfassenden Werks zum Verwaltungsrecht ( Trattato di diritto amministrativo  ) ist. Zum Schluss beschäftigt er sich mit dem Einfluss der Lehren Romanos auf die heutige italienische Verfassung und mit den Kritiken am Institutionalismus. Hierbei wird ein umfassendes Bild entworfen, welches für die Kenntnis und Verbreitung der Ideen Romanos in Deutschland sowie als Grundlage für die aktuelle Diskussion in Italien überaus wichtig ist.
Related Search
We Need Your Support
Thank you for visiting our website and your interest in our free products and services. We are nonprofit website to share and download documents. To the running of this website, we need your help to support us.

Thanks to everyone for your continued support.

No, Thanks
SAVE OUR EARTH

We need your sign to support Project to invent "SMART AND CONTROLLABLE REFLECTIVE BALLOONS" to cover the Sun and Save Our Earth.

More details...

Sign Now!

We are very appreciated for your Prompt Action!

x